Netz-Historie

Tim Berners-Lee ( Rede vor der Knight-Foundation, 2008): Das Web verbindet nicht nur Maschinen, es verbindet Menschen.

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Historisches zur Technik der Netz-Kommunikation Weblinks Museen

Bei Interesse sind hier einige Weblinks:

Fernsehmuseum Geschichte der Nachrichtentechnik
Museum-nt: Geräte, Apparaturen mit zahlreichen Abbildungen
Deutsche Technikmuseum : Nachrichtentechnik
Geschichte der EDV und Kommunikation ( zahlreiche historischen Daten zu Netzen )

:: Netz-Historie in Beispielen Archaisch, Boten, Kult, Telegrafie

Archaisch

Seit archaischer Zeit werden zur schnellen Übermittlung von Nachrichten akustische und optische Verfahren eingesetzt ( z.B. Rufpostenketten mit alle 100 bis 200 Meter, Rauchsignale, Leuchtfeuer, Trommeln, usw. ).

In unterschiedlichen Kulturen wurden auch Hörner, Signalfeuer, Rauchzeichen, Glocken für mystische Rituale und zur Nachrichten-Übermittlung ( z.B. auch "an Gott" ) verwendet. So soll z.B. mit der Fackelpost des Agamemnon die Nachricht die Eroberung Trojas ( in einer einzigen Nacht, über 500 Kilometer Entfernung, nach Argos, an seine Frau Klytemnestra ) gemeldet worden sein. In den Berichten von Herodot gab es zurzeit von Xerxes ( altpersischer König, 486-465 v.Chr.) optische Nachrichtenverbindungen von Athen nach Kleinasien.

Optische Nachrichtenverbindungen gibt es seit der archaischen Zeit ( Fackeln, Laternen, Leuchtfeuer, Spiegel). Diese Zusammenstellung weist Ähnlichkeiten auf, die sich natürlich in den naturwissenschaftlichen Möglichkeiten und dem geistige Durchdringungsgrad unterscheiden. In gewisser Weise basiert Gegenwärtiges auf vergangenen Erfahrungen und Entwicklungen. Schon immer war der Mensch Teil einer Gruppe (Gesellschaft) und auf (Inter-) Kommunikation angewiesen.

Heute werden Informationen transportiert durch Boten, Briefe (auch drahtlos), Dienste, E-Mails, Datex-P, Inmarsat und ADSL, Server, Internet, technische Kommunikation, EDV, Modem, ISDN, Telex, Fernschreiber,Morse,Telegraphie,Satelliten,Inmarsat, Totalreflexion in Glasfaserkabeln, breitbandige photonische Glasfaser-Netze hoher Übertragungskapazität und mit schnellen optoelektronischen Schaltern, usw.

Boten

Seit archaischer Vorzeit ( bis heute ) werden ( zwischen weit auseinander lebenden Gruppen, Völkern ) Nachrichten durch Boten überbracht ( Läufer, Reiter, Barden, Mythen- und Märchen- und Geschichtenerzähler, Griots, Botenwesen von Klöstern und Städten; Botenanstalten, Botenmeister; ab dem 17.Jh. staatliches Postboten, Abgesandte, Briefpost, UPS, usw.).

Trommel [englisch Drum, französisch Tambour] ( Membranophone, Resonanzfellklinger, Selbstklinger, Mystik ) wurden schon in archaischer Vorzeit verwendet. Trommel dienten ( z.B. in Afrika ) der Nachrichtenübermittlung ( Woodblock, schamanischen Ekstasetechnik, usw. ). Trommeln werden für rituelle Zwecke eingesetzt ( "Gott herbeirufen", Trommel als "Mund des Herrschers", Tempelblocks, rhythmischer Untermalung von Tänzen und Gesängen, Trommelklang als kontemplatives Mittel, Trommelsignale für ein militärisches Zeremoniell, Trommeln beim Angriff, Fruchtbarkeit, Fest, Trauer, Kriegs, Totenklage für die Gefallenen, Begleitung bei Fluch- und Segenssprüchen, usw. ). Bis ins 19. Jh. wurde im nicht-islamischen und nicht christlichem Afrika keine Schrift entwickelt Zahlreiche afrikanische Sprachen eignen sich dazu, mit Hilfe von Trommeln oder mehrtonigen Pfeifen stereotype Sätze von einem Dorf zum anderen zu "morsen".

Kult

Wegen des offenen Veweischarakters haben Informationen und Nachrichten auch einen nicht eindeutig-bestimmbaren Anteil, der in den Kulturen auch numinos interpretiert werden kann. Z.B. sagt Mufuta, Trommeln und Gesang wenden sich nicht an den Verstand, sondern er muss gelebt und tief im Inneren gespürt werden.

Im Kongo hat ( Ethnie, Kasala-Gesang der Luba ) distanziert sich ein "Mwena Kasala" ( Barde des Volkes ) von gewöhnlichen Sängern, obwohl auch sie zur Untermalung die Trommel verwenden.

Barden Cidibi Moosa (Arfika ):
"Als Gott mich hörte, schwieg er. Er nahm diese Trommel und gab sie mir.
Als er mir die Trommel gab, befestigte er mich an einem Faden;
er spannte den Faden zu meinem Herzen. Wenn Gott diesen Faden bewegt,
erhebe ich mich sofort und höre mittels des Fadens
und verstehe, was Gott sagt."


"Mwena Kasala":
"Der "Mwena Kasala" sagt, er sei die Sonne,
ein gewöhnlicher Sänger jedoch der Mond;
beide zieren allerdings den Himmel."


Heinrich Heine (1797-1856, aus "Doktrin"):
"Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
das ist der Bücher tiefster Sinn."

Telegrafie und Code

Die Telegraphie markiert den Beginn der digitalen Nachrichten-Übermittlung. Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber führten 1833 in Göttingen Versuche mit einem elektromagnetischen Telegrafen durch und verwendeten die erste telegrafische Nachrichtenübertragung, die vom Physikgebäude bei der Paulinerkirche in der Göttinger Innenstadt zur Göttinger Sternwarte ging und codierte Botschaften benutzte ( siehe de.wikipedia: Telegrafie ).

A +         B -        
C + +       D + -       E - +        F - -  
G + + +     H + + -     I + - +      K + - -    
L - + +     M - + -     N - - +      O - - -   
P + + + +   Q + + + -   R + + - +    S + + - -  
T + - + +   U + - + -   V + - - +    W + - - -  
X - + + +   Y - + + -   Z - + - +

Samuel Morse 1837 den Testbetrieb für seinen elektromagnetischen Schreibtelegrafen auf. Später verwendete die Morse-Telegraphie ( 25 - 60 BpM = Buchstaben pro Minute; 5 - 12 wpm = Worten pro Minute ).

Weitere Hinweise bei de.wikipedia: Morsecode

Strich-Dauer etwa 3 Punkt-Dauern;
Pause innerhalb eines Zeichens etwa 1 Punkt-Dauer;
Pause zwischen 2 Buchstaben etwa 3 Punkt-Dauern;
Pause zwischen Worten etwa 5 Punkt-Dauern.
Anfang Verstanden Irrung Warten Dezimal-
Punkt
Ende der
Sendung
— • — • — • • • — • • • • • • • • • • — • • • • — • • — • • • — • —
morseapp-org.jpg

Morseapparat (Prinzip)

morseapp-modell.jpg

Die Prognose von Alexander Graham Bell ( 3.3.1847-1.8.1922, Kohlemikrofons, Telefon 1876 patentiert ) führt ins Informationszeitalter:

Alexander Graham Bell
"Jede Information wird für Jedermann an jedem Ort zu jeder Zeit verfügbar."

:: Realisierten Informationsnetzwerke Allg., ARPA-, Euro-, Internet, DSL, ATM, ...

Netzwerke zur Informationsübertragung können eingeteilt werden nach: Einsatzbereiche ( GAN, BITNET, ARPANET/MILNET, MSN, NREN, USENET, INTERNET, EUNET, EARN, NORD-UNET, NSFNET, WAN, MAN, LAN, usw. ), Netz-Topologien und Systemmodelle ( Ring, Bus, Stern, Baum, Verkabelung, Lichtwellenleiter, Koaxialkabel, verdrillte Kupferkabel, Leitungsvermittlung, Paketvermittlung, festgeschaltete Verbindungen, High-Speed-Verbindungen, Backbone-Netzwerke, Token-Passing-Slotted-Ring DLCN, DQDB, CSMA/CD, CSMA/CA; Token-Ring, Token-Bus, Ethernet-Hyperbus, FDDI, Fibernet, QPSX/DQDB, SNA, MAP, TOP, DNA, Datenflußmaschine, Hochgeschwindigkeitsleitungen, Transportprotokolle, FDDI, ATM ). Siehe z.B. de.wikipedia Kategorie:Netzwerktechnik .

Das Internet ist ein weltweites Netzwerk, siehe z.B.:


en.wikipedia: Portal:Internet


en.wikipedia: History of the World Wide_Web


en.wikipedia: History of web syndication technology


de.wikipedia: Geschichte des Internets


de.wikipedia: Chronologie_des_Internets


de.wikipedia: Rechnernetz


Allgemein

Das Wort Netz deutet auf etwas verknüpftes hin. Netz [althochdeutsch nezzi, eigentlich: Geknüpftes, zu lateinisch nassa Reuse]. Netze können abstrakt ( formal, verbal ) oder konkret ( konzipiert, real ) existieren. Ein Netz ist auch ein System ( griechisch: "gegliedertes Ganzes"; von griechisch systema: das Zusammengesetzte ). Nach Immanuel Kant ( Kritik der reinen Vernunft, 1781 ) ist ein solches System "die Einheit der mannigfaltigen Erkenntnisse unter eine Idee". Vielfach versteckt sich die zu Grunde liegende, ursprüngliche Idee hinter der Vielfalt der sichtbaren Ausprägungen.

Netze gibt es überall. In der Natur knüpfen Spinnen Fäden zu einem Netz. In der Kartographie ist ein Netz ein System sich schneidendes System von Linien ( Kartennetz ). Die Wasserversorgung basiert auf einem vernetzten Rohrleitungssystem. Das neuronale Netz ist ein Modell für das Gehirn. Die moderne Welt ist eine vernetzte ( Straßen-Verkehrs-Netz, Schiene-Netz der Bahn, Wasserwege, Essen auf Rädern als Versorgungsnetz, Buslinien, Flughäfen, Gas-Netz, Wasser-Netz, Benachrichtigungsnetze, Stromversorgungsnetze, Bildungs-Netz, Gesundheits-Netz, Internet, usw. ).

Ein System besteht aus wechselwirkenden Entitäten.

  • Die Entitäten ( Elemente, Komponenten, Bausteine, Teile ) werden durch Attribution [ lat. attribuere: zuerteilen, beigeben, verleihen; Eigenschaften, Merkmale ] gekennzeichnet ( beschrieben, ausgedrückt ).
  • Die Wechselwirkungen werden durch Relationen ( Funktionen, Methoden, Beziehungen ) ausgedrückt.

Jedes Element ist wieder ein System. Attribution ist die Zuordnung von beschreibenden Eigenschaften zu einem Seienden. Relationen verknüpfen Entität [ lat.Seinheit eines Dings ] miteinander.

Beispiele: Die betriebliche Personal- und Sozialpolitik kennt Human Relations ( menschliche Beziehungen ), Öffentlichkeitsarbeit kennt PR ( Public Relations, Corporate Identity, Unternehmensidentität ), eine aktionärsfreundlichen Dividenden- und Emissionspolitik ( Shareholder-Value ) kennt Investor-Relations und durch das USA-Gesetz "Labor Management Relations Act" ( Taft-Hartley-Act ) werden die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geregelt.

In der Elektrotechnik besteht ein elektrisches Netzwerk aus Widerständen, Spulen, Kapazitäten, Strom- und Spannungsquellen, aktiven Elementen, Leitungsverbindungen. In der Starkstromtechnik gibt es z.B. Freileitungsnetze, Kabelnetze, Installationsnetze, Maschennetze, Strahlennetze. Ein Energieversorgungsnetz besteht aus Kraftwerken, Kabeln, Freileitungen und Umspannwerken ( Höchstspannungsnetze über 750 kV, Hochspannungsnetze bis 750 kV, Mittelspannungsnetze bis 110 kV, Niederspannungsnetze bis 1kV ). Entitäten in einem Nachrichten-Netz können z.B. sein: Mitglieder in Ausschüssen, beteiligte Teilfirmen, angeschlossene Netzwerkcomputer, kleine Teilnetze, Buchhaltungssystem, Rechnungssystem, Datenbanksystem, usw.

Ist ein Netz in Betrieb, so können die Beteiligten ( Entitäten ) das Netz nur dann nutzen, wenn die ( vielfältigen ) Spielregeln ( Netzbetreiber, Dienste, Netzbetrieb, Netzsicherheit, usw. ) eingehalten werden. Die Spielregeln eines sozialen Netzes ( Gesetze, Verträge ) unterscheiden sich von den technischen Spielregeln ( Protokolle ) des Internet. Bei internationalen Netzen gibt es vielschichtige Spielregeln ( staatliche Eingriffe, Meinungsfreiheit, Urheberrecht, internationales Copyright, internationale Regulierungen, digitale Signatur, physikalisch-logische Protokolle, Backbone, usw. ).

Netzwerke zur Informationsübertragung können unterschiedlich eingeteilt werden:

  • Einsatzbereiche
    ( GAN = Global Area Networks, BITNET, ARPANET/MILNET, MSN, NREN, USENET, INTERNET, EUNET, EARN, NORD-UNET, NSFNET,
    WAN = Wide Area Networks, Wählverbindungen, Teilstreckennetze, MAN = Metropolitan Area Networks,
    LAN = Local Area Networks, Zugriffsverfahren, Topologien )
  • Netz-Topologien
    Netze können unterschiedlich strukturiert sein. ( Netzarten: Ring, Bus, Stern, Baum, Verkabelung, Lichtwellenleiter, Koaxialkabel, verdrillte Kupferkabel, Leitungsvermittlung, Paketvermittlung, festgeschaltete Verbindungen, High-Speed-Verbindungen, Token-Passing-Slotted-Ring DLCN, DQDB, CSMA/CD, CSMA/CA )
  • Systemmodelle
    ( Token-Ring, Token-Bus, Ethernet-Hyperbus, FDDI, Fibernet, QPSX/DQDB, SNA, MAP, TOP, DNA )

Wenn 2 Computer können Daten über eine Verbindung austauschen. Verbindungen sind z.B. Kabelverbindungen, gemietete Telefonleitungen oder Verbindungen über Kommunikationssatelliten. Computer bezeichnen wir als unabhängig, wenn kein sogenanntes Master/Slave-Verhältnis besteht. Dann kann kein Computer den anderen beliebig ein- oder ausschalten oder steuern. Ein System, das nur rechnerfernen Druckern und Datenstationen steuernd bedient, ist noch kein Netzwerk. Je nach Entfernung zwischen den Prozessen kann die folgende ( grobe ) Entfernungseinteilung dienen:

  • 0 - 10cm: Datenflußmaschine
    ( parallel arbeitende Computer, die Prozessoren sind auf derselben Platine )
  • 10cm - 1m: Multiprozessor
    ( die Prozessoren sind im selben Rechnersystem und kommunizieren über einen gemeinsamen Speicher )
  • 1m - 1km: lokales Netzwerk
    ( LAN, engl. local area network, die Prozessoren befinden sich im selben Raum oder Gebäude, oder auf demselben Grundstück
  • 1km - 1000km: Weitverkehrsnetz
    ( WAN, engl. wide area network)
  • darüber hinaus:
    verbundene Weitverkehrsnetze

Für Hochgeschwindigkeitsleitungen ( Backbone-Netzwerk, verbinden von Ballungsräumen ) werden spezielle Transportprotokolle ( z.B. FDDI = Fiber Distributed Data Interface ) oder ATM verwendet. LANs ( Local Area Network, Netzsegmente, Subnetze ) werden über eine Bridge oder ein Router mit dem Backbone-Netzwerk verbunden. Collapsed Backbones erleichtern die Verwaltung der Netzinfrastruktur. In der strukturierten Verkabelung werden oft Collapsed Backbones verwendet, die auf die Größe eines Hubs oder eines Switch reduziert sind.

  • Netzwerke erlauben die ( standortunabhängige ) gemeinsame Nutzung von vorhandenen Ressourcen. Der Zugang zu Know-how, technisch oder ökonomisch verwertbare Kenntnisse, Erfahrungen, Programme, Daten und Wissen, Geräte ist im Netzwerk möglich.
  • Netzwerke können Ersatzressourcen zur Verfügung stellen ( z.B. Ausfall eines Druckers, höhere Gesamtverfügbarkeit und Zuverlässigkeit ).
  • Netzwerke können Kosten senken ( kostengünstige Terminals, wenige Dateiservern, Client/Server-Architektur ).
  • Netzwerke können gemeinsame Projekte ( ortsunabhängig ) unterstützen.
ARPA-Net

Das ARPANET ( 1958-1990, Advanced Research Projects Agency-Netzwerk ) war ein US-amerikanisches Netzwerk ( ca. 60 000 Computer ), das vom US-Verteidigungsministeriums ( Department of Defense ) entwickelt und 1990 eingestellt wurde. Das ARPANET entwickelte sich aus DARPA ( Defense Advanced Research Projects Agency, um 1958, dezentrale Forschungsnetzwerk, kalter Krieg, dynamisches Umleiten von Kulturdaten, ARPA-eigenen Großrechner, weniger für militärische Zwecke ). ARPAnet wurde 1985 durch das leißtungsfähigere NSFnet abgelöst und 1990 abgeschaltet ( NFS = amerikanischen National Science Foundation, Leitungs-Verbundsystem von wissenschaftlichen Rechenzentren, kleinere Rechnernetze konnten ankoppeln, es entstand ein Netz der Netze ). Aus dem ARPANET entwickelte sich das Internet, das sich seit Ende der 1980er-Jahre weltweit ausbreitet ( Hochschulen, privater PCs per Modem und Telefonanschluss, unternehmensinterne Netze, usw. ).

Usenet

Die intern. Netz-Forschung u. Entwicklung begint etwa 1979 ( Usenet ). An den Universitäten wurde mit Netzen experimentiert ( Nachrichtenbrett, "black board", Mitfahrgelegenheiten, Jobs, Wohnmöglichkeiten, Reisepartner, Diskusionsforen ).

Später entwickelte sich hieraus das Usenet ( Users Network, gegründet 1979 von Studenten der Duke University Durham, North Carolin für das Betriebssystem UNIX ) als Basis für die heutigen Newsgroups ( Nachrichten-Zirkel, gegliedert nach Themenbereichen, mehr als 10 000 Foren ). Die notwendige Client-Software ist heute Bestandteil der Browser ( z.B. Microsoft Internet Explorer, Netscape Communicator ). Um die einzelnen Foren nutzen zu können, muss man sich bei einem Newsserver anmelden, dessen Adresse vom Provider erfahren werden kann. Der Aufbau des Usenet ist streng hierarchisch ( z.B.: comp.os.ms-windows.programmer.tools ). Newsgroups können abonniert und gelesen werden.

EuroNET

1971 wurde AWTID gegründet ( Ausschuss für wissenschaftlich-technische Information und Dokumentation ). 1979 wurde von den nationalen Fernmeldeverwaltungen der Europäischen Gemeinschaft das EuroNET gegründet ( EuroNET = European Data Network: europäisches Datennetz, Datenfernübertragungs-Netzwerk, zusammen mit der Schweiz, Datenpaketvermittlung mit 48 Kilobit pro Sekunde über Breitbandkabel, Netzkontrollzentrum wurde in London, Netzknoten befinden sich in Frankfurt/Main, Paris, Rom und in Zürich, Multiplexer-Standorte Amsterdam, Brüssel, Dublin, Kopenhagen und Luxemburg ).

Es wurden große Datensammlungen angelegt ( FIZ, wissenschaftliche, technische, medizinische, wirtschaftliche, juristische und soziologische Daten, öffentlicher Informationsdienst ). In das EuroNET wurden zahlreicher Datenbanken integriert ( EuroNET-DIANE = europäisches Datennetz mit DIANE-Dienst, DIANE = Direct Information Access Network for Europe, Netzwerk für direkten Informationszugriff in Europa, EG-Förderprojekt ). Das EuroNET verbindet verschiedene nationale wissenschaftliche Netzwerke ( z.B. das DFN = Deutsches Forschungsnetz ).

In Europa werden systemübergreifenden Rechnervernetzungen koordinieren durch RARE ( 1986, Réseaux Associés pour la Recherche Européenne ), die früher das ISO-Schichten-Modell favorisierte ( Projekt namens COSINE = Cooperation for an Open Systems Interconnection Networking in Europe ).

ISDN

1988 wird in Deutschland ein vollständig digital arbeitendes Kommunikationsnetz eingeführt ISDN ( Integrated Services Digital Network, Diensteintegrierendes digitales Nachrichtennetz, Weiterentwicklung des üblichen Telefonnetzes, Übertragung von Sprache, Daten, Graphiken, Video-Daten, Computer-Dateien ). ISDN wird standardisiert durch ETSI ( Europäisches Institut für Telekommunikationsstandards = European Telecommunications Standardization Institute ). Um Sprache digital zu übertragen, muss das analoge Signal mindestens 8 000-mal pro Sekunde abgetastet und digitalisiert werden. Bei 8 Bit je Sample ergeben sich Übertragungskanäle mit Kapazität 64 000 Bit pro Sekunde. Es entstanden neue On-Line-Möglichkeiten ( Desktop-Konferenzen, Videokonferenzen, Übertragung großer Dateien, World Wide Web, usw. ) In Europa wird ISDN meist in zwei Formen angeboten ( ISDN2, ISDN30 ). ISDN2 ( vorrangig für die private Nutzung, Basic Rate Access = Grundgeschwindigkeit, 2 B-Kanäle mit einer Gesamt-Übertragungskapazität = 2 * 64-kbit/s-Kanal; der Austausch von Signalen zwischen den Übertragungseinrichtungen erfolgt auf dem D- oder Delta-Kanal mit 64-kbit/s-Kanal ) ISDN30 ( vorrangig für professionelle Anwendungen, Primary Rate Access, kann bis zu 63 kombinierte B-Kanäle und ein D-Kanal unterstützen ). Möglich ist eine Bereitstellung von ( mehr ) Bandbreite auf Anforderung ( englisch BonDing, für Bandwidth on Demand Interoperability Group ) und eine Rate Adaption ( Abmindern der Übertragungsrate auf Anforderung, Standards V.110, V.120 ).

Für einen ISDN-Anschluss wird an der Anschlussdose ( Telefonanlage zu Hause oder in der Firma ) ein Endgerät ( RS-232 und V.35 ) benötigt, an das Telefon, Fax, Anrufbeantworter, Computerinterface usw. angeschlossen werden können ( max 8 Geräte je ISDN-Leitung über Bus, max. Entfernung bis zu 200 m ). Das Endgerät stellt den Anschluss an die digitale Vermittlungsstelle der jeweiligen Telefongesellschaft ( z.B. Telekom ) her.

TEN

Am 23.7.1996 hat das Europäische Parlament ( 1692/96/EG ) den Aufbau eines Transeuropäischen Verkehrsnetzes ( Abkürzung: TEN ) beschlossen ( "… moderne und hochtechnisierte Infrastrukturen, die zur Stärkung der Wirtschaft in Europa, zu mehr Arbeitsstellen und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Bürger in Europa führen" ). TEN soll den Personen- und Güterverkehr sicherstellen, den Benutzern eine hochwertige Infrastruktur anbieten, alle Verkehrsträger einbeziehen, eine optimale Nutzung der vorhanden Kapazität gestatten, in allen Teilbereichen interoperabel sein, also so beschaffen, dass man damit effektiv arbeiten kann, sich über das gesamte Gemeinschaftsgebiet erstrecken. TEN enthält u.a. den EU-weite Informationsaustausch ( z.B. Datenautobahnen, ISDN, usw. ), die EU-weite Energieversorgung ( z.B. Stromversorgungsnetze, Wasserversorgung, Erdgas, Handelsnetze ), ein EU-weiter, integrierter Umweltschutz.

Das transeuropäische Netz soll den europäischen Binnenmarkt fördern:

  • hochwertige Infrastruktur anbieten, alle Verkehrsträger einbeziehen
  • optimale, interoperable Nutzung vorhandener Kapazitäten
  • Verkehr: Nah- und Fernferkehr, Umweltschutz, Personen- und Güterverkehr sicherstellen
  • Energie: Stromversorgungsnetze, Erdgas
  • Telekommunikation: Datenautobahnen, ISDN
ATM

ATM ( Asynchronous Transfer Mode: asynchroner Übertragungsmodus ) ist eine verbindungsorientierte Hochgeschwindigkeits-Übertragungs- und Vermittlungstechnik für jede Art digital codierter Informationen mit dynamischer Bandbreitenzuordnung. ATM gilt als Transportplattform für Breitband-ISDN-Dienste und als Schlüsseltechnologie zur Datenautobahn. Die Verbindung erfolgt über einen virtuellen Kanal, der eine zeit-asynchrone Übermittlung erlaubt. Die Datenmengen werden hierbei in einzelne Nachrichtenzellen ( mit einer festen Länge von 53 Bytes ) zergliedert.

  • Kopffeld ( 5 Byte für die Adressierung, virtuellen Weg-Zuordnung )
  • Informationsfeld ( 48 Byte )
T-DSL

DSL bedeutet digital subscriber line ( digitale Anschlussleitung ). xDSL ist ein Sammelbegriff für Zugangstechnologien, mit denen Daten per Telefonleitung in einer hohen Bandbreite digital übertragen werden können ( Breitbandkommunikation ). Auf kürzeren Strecken ( 25km ), erlaubt DSL hohe Übertragungsraten in normalen Kupferkabeln.

  • upstream: Senden bis etwa etwa 2 MBit/s
  • downstream: Empfangen bis etwa 52 MBit/s

Das "x" in xDSL weißt auf verschiedene DSL-Varianten hin ( unidirektional, bidirektional symmetrische, bidirektionale asymmetrische ). Abkürzungen:

  • ADSL ( asymmetric DSL, Bandbreite bis 1 MHz )
  • SDSL ( single line DSL, 240 kHz )
  • HDSL ( high data rate DSL, 240 kHz )
  • VDSL ( very high date rate DSL, bis 30 MHz )

Telekom-Abkürzungen sind: T-Interconnect, T-ATM, T-ADSL, T-DSL, ISDN-NTBA.

INTERNET

Das Internet [ engl. net, Netz ] ist ein weltweites dezentrales Netz, das aus miteinander verbundenen Computernetzen besteht. Die Basis der Datenübertragung im Internet sind eine Vielzahl von Prozeduren, die Kommunikationsabläufe zwischen zwei Computern vorschreiben ( Kommunikationsprotokolle TCP/IP [ engl. transmission control protocol/internet protocol ] ). Dokumente werden in Datenpakete zerteilt und paketweise versendet. Jedes Paket enthält eine Ausgangs- und einer Eingangsadresse sowie einer Sequenznummer. Pakete können unterschiedliche Wege nehmen ( Paketvermittlung ) und werden am Bestimmungsort wieder zusammengesetzt. TCP/IP kann von unterschiedlicher Hardware genutzt werden, ohne dass Applikationen umgestellt werden müssen. Der Internet-Zugang der privaten Teilnehmer ( User ) erfolgt entweder über einen Computer, der bereits an ein verbundenes Netz angeschlossen ist, oder durch Vermittler ( engl. provider, Internet-Service-Provider, Onlinedienste).

Das Internet bietet eine Vielzahl von Diensten und Informationen. Zu den wichtigsten Diensten gehören:

  • Telnet
    ( interaktive Zugriff auf entfernte Rechner,
    Authentifizierung mit Useridentifikation und Passwort )
  • FTP
    ( engl. file transfer protocol, Abruf und Übertragung von Dateien, Passwort,
    Authentifizierung mit Benutzeridentifikation,
    auch freigegebener, anonymer Zugriff )
  • E-Mail
    ( Electronic Mail, schneller asynchroner Austausch
    von Nachrichten und Dokumenten )
  • Newsgroups
    ( automatisches Verteilwesen von Diskussionsbeiträgen, Meldungen )
  • WWW
    ( World Wide Web, komfortabelste und leistungsfähigste Dienst,
    Hypermedia-Fähigkeiten, Integration der bisher genannten Dienste
    in eine Oberfläche )

Siehe auch de.wikipedia: Internet , en.wikipedia: Internet

Tim Berners-Lee (Weaving The Web): "The web is more a social creation than a technical one. I designed it for a social effect — to help people work together — and not as a technical toy. The ultimate goal of the Web is to support and improve our weblike existence in the world. We clump into families, associations, and companies. We develop trust across the miles and distrust around the corner."

Visualisierung der verschiedenen Routen durch Teile des Internets Bildquelle: Wikipedia
-User
Internet-User
internet-user.jpg
Die Reihenfolge der Internetadressen ( weltweit November 2002 ) ist .com ( 21.892.550 ), .de ( 5.938.340 ), .uk ( 3.868.421 ), .net ( 3.672.309 ), .org (2.418.517 ).
WWW

Das WWW [ World Wide Web, 1989, Barners-Lee, CERN in Genf ]
hat eine wachsende Benutzer-Anzahl. Als elektronisches Publikationsmedium kann das World Wide Web aufbereitete Informationen weltweit zur Verfügung stellen (Internet-Präsenz, Erscheinungsbild, Seiten-Layout und Design, charakteristisches Erscheinungsform, Corporate Identity, Unternehmensidentität, usw.).

"Hyper" ist eine griechische Vorsilbe und bedeutet "viel zu viel". Die Verknüpfungen von Hypertext ist nicht auf assoziative Verknüpfungen (festgelegte Reihenfolge) begrenzt, sondern kann auch Beziehungen folgen, die unterschiedlichen Sichtweisen entsprechen ( semantisch ,der Bedeutung gemäß; argumentativ; pragmatisch; dialogischer Charakter; usw.) Die Möglichkeit des Verlorenseins im Raum der Hypertext-Navigation (Links) wird als "Sackgasse" bzw. "lost in space" bezeichnet.

Das Angebot umfasst:

  • Informationsrecherchen
  • Download ( Herunterladen von Software )
  • Electronic Commerce ( Handel mit Produkten und Dienstleistungen )
  • Teilnahme an Onlinediskussionen
  • Onlineauktionen und Musiktauschbörsen ( z.B. Napster )
  • Onlinebanking
  • Telefonieren
Ebenen

Das Internet basiert auf dem DoD-Schichtenmodell (Department-of-Defense), das sich grob mit dem OSI-Schichtenmodell vergleichen läßt.

Die Anwendungsschicht (Application Layer) definiert Protokolle (wie z.B. HTTP, FTP, SMTP, NNTP) und Anwendungen.

Die Transportschicht (Transport Layer) dient als Kontrollprotokoll für den Datenflusses zwischen der Anwendung und der Internetschicht (Protokolle TCP und UDP).

Auf der Internetschicht (Internet Layer) werden die einzelnen Datenpakete mit einer Adresse versehen und ihre Größe an das Übertragungssystem angepasst (Fragmentierung). Die Datenpakete werden in der Regel mit IP übertragen. Auf dieser Schicht sind mehrere Steuerungsprotokolle aktiv, die mit IP stark verknüpft sind.

Die Netzzugangsschicht ist die unterste Schicht und stellt die Netzwerktopologie, das Übertragungsmedium und das Zugriffsprotokoll (z.B. Ethernet bei LAN, ISDN bei Wählnetzen).

DoD-Schichtenmodell OSI-Schichtenmodell
Anwendungsschicht
Application Layer
Anwendungsschicht
Darstellungsschicht
Kommunikationsschicht
Transportschicht
Transport Layer
Transportschicht
Internetschicht
Internet Layer
Vermittlungsschicht
Netzzugangsschicht
Network Access Layer
Sicherungsschicht
Bitübertragungsschicht

Das Internet als weltweite, adressenbasiertes Vemitlungssystem von Informationen entwickelt sich. Das Internet liefert immer neue Fragen, Probleme, Gefahren und ist Gegenstand ständiger Forschung und Entwicklung:

Informationsauswahl, Suchkriterien, Missbrauch persönlicher Daten und Kennwörter, Datensicherheit, fehlerverursachende Software, Computerviren, Würmer, Trojaner, Ausspähen und Zerstörung von Festplatteninhalten, Urheberrecht, staatliche Eingriffe, Grenzen der Meinungsfreiheit, Pornographie, extremistischer Propaganda, internationales Copyright, Teledienstegesetze, elektronischer Geschäftsverkehr, digitale Signatur, internationale Rechssicherheit und Regulierungen, usw.

Netzebenen Realisierung
Dienste-
Plattform
( service )
B-ISDN: integrated service digital network
IDNplus: integrated data network
PSTN: Public Switched Telephone Network, IN
BK-Netz: Büro Kommunikation, cable TV
Transport-
Plattform
( transport )
ATM: asynchronous transfer mode
DQDB: Distributed Queue Dual Bus, ISO, IEC, IS 8802/6, IEEE 802.6
FDDI: Fiber Distributed Data Interface, ANSI, ISO 8314
FR
Übertragungs-
Plattform
( transmission )
PDH: Plesiochronous Digital Hierarchy (ATM)
SDH: synchronous digital hierarchy
Linien-
Plattform
CU-DA: Call Up (Unix),
Destination [MAC] Address ( SNA, Token Ring, ATM, FDDI, ...)
Koaxial-Kabel
Glasfaser
Zugangs- und
Verteilungs-
Plattform
analoges Basisband
digitales Basisband
ADSL: Asymmetric Digital Subscriber Loop [modulation]
64 QAM: Quadrature Amplitude Modulation
Ampl.-RSB-Modul
HDSL: High data / bit rate Digital Subscriber Line ( BELLCORE, AT&T, DSL )